Dies ist ein technischer Testbericht. Getestet wurden nur direkte, meßbare Werte. Solche Aussagen wie der VFO-Knopf ist "griffig" oder die Skalenfarben sind wunderschön oder nur schön, überlasse ich den profilierten "Profitestern". Ebenso habe ich auf den sogenannten Betriebserfahrungsunsinn den man in vielen Testberichten liest wie "... Ich habe das Gerät ausgepackt, angeschlossen, eingeschaltet und in 30 Minuten WAC, WAS, WAZ und DXCC gearbeitet ..." verzichtet.
Ende November wurden zwei TS-570D Geräte von Kenwood Deutschland als Standardlieferung wie folgt beschrieben, getestet. Kenwood wußte nichts von meinem Plan einen Testbericht über den TS-570D zu schreiben, so daß die Geräte nicht selektiert oder präpariert werden konnten. Das ist natürlich ganz anders, als wenn ein Ingenieur von Japan mit einem Testgerät "unter dem Arm", eingeflogen wird.
Getestet wurden Geräte mit den Seriennummern 80600198 und 80700009. In dem folgenden Bericht werden die Geräte mit ihrem Nachnamen bezeichnet. Gerät 80600198 heißt dann einfach G8 und Gerät 80700009 heißt G9.
Beide Geräte wurden zur gleichen Zeit mit dem gleichen Meßgerät getestet bzw. gemessen, so daß die gemessenen Werte so vergleichbar wie möglich sind.
Hauptsächlich sind die Parameter worüber Kenwood schweigt, gemessen worden. Warum geschwiegen wird ist Sache der Firma Kenwood aber ich bin der Meinung, daß der Funkamateur durch die Tatsache, daß er die Lizenzprüfung bestanden hat, ohne weiteres in der Lage ist komplexe Meßergebnisse zu verstehen und ein Recht darauf hat, solche Meßergebnisse zu sehen bevor er seine Geldbörse aufmacht.
Zugegeben, nicht jede erdenkliche oder mögliche Messung wurde vorgenommen oder durchgeführt. Die gemachten Messungen sollen dem Funkamateur dienen und nicht beweisen wie außerordentlich klug der Meßingenieur ist. Zum Beispiel "Power" wird wie seit über 100 Jahren in Watt anstatt dBm und SSB Empfängerempfindlichkeit in µV für 10dB Signal Rauschverhältnis, anstatt in irgendeinem unverständlichen Wert wie Picrowatt für 22dB SINAD bei 1000 Hz gemessen.
Weiterhin werden Standard Meßverfahren und Normen verwendet. In den meisten Fällen sind diese seit Jahren anerkannte internationale Normen. Wo mir keine Norm bekannt ist, habe ich das neue ARRL Testverfahren angewandt.
Zu den Meßgeräten und Umgebung. Alle Meßgeräte haben eine noch gültige Eichung. Das heißt, sie sind irgendwo zwischen der letzten und der vom Hersteller empfohlenen nächsten Eichung. Alle Meßgeräte sind im täglichen Gebrauch, so daß die Verwendung und Handhabung gut bekannt ist. Alle Messungen fanden in einem beheizten Raum mit einer Durchschnittstemperatur zwischen 20 und 22 °C statt. Der Raum ist kein Faraday Käfig, so daß einige Empfängermessungen nicht genau sind. Diese werden als solche deutlich markiert. Der TS-570D hat kein eingebautes Netzteil. Alle Messungen sind mit einem Labornetzteil bei 13,8 Volt durchgeführt worden.
Die Meßergebnisse wurden direkt in ein Computer Textprogramm eingegeben.
Disclaimer - VerzichtserklärungVerantwortlich für die Messungen sowie die Eintragung sämtlicher Ergebnisse ist OM Don Taylor DJ0KM / K9SFN. Die hierin vertretene Meinung, Ansichten, Aussagen, etc. sind Ansichten von OM Don Taylor und sind in keiner Form, Art oder Weise abgesprochen oder vereinbart mit der Fa. Kenwood Japan, Kenwood Deutschland oder der Fa. Garant-Funk. Die hier angegebenen Meßwerte sollen nur als Information dienen für den interessierten "Funker" und haben absolut keinen anderen Zweck. |
CW Messung ist Power Out nach 60 Sekunden Key Down.
SSB Messungen sind zweiton (700 Hz und 1900 Hz) Messungen mit der Mic
Kontrolle so eingestellt, daß die ALC gerade angesprochen wird.
| Freq. MHz | Mode | Po-G8 | Po-G9 | I Amp. G8 | I Amp. G9 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1,8 | CW | 107 | 116 | 19 | 19 |
| 1,8 | SSB | 109 | 122 | 12 | 12 |
| 3,55 | CW | 106 | 114 | 18 | 19 |
| 3,7 | SSB | 109 | 120 | 13 | 12 |
| 7,05 | CW | 110 | 116 | 18 | 18 |
| 10,1 | CW | 103 | 113 | 20 | 22 |
| 14,03 | CW | 110 | 116 | 16 | 18 |
| 14,25 | SSB | 114 | 116 | 12 | 12 |
| 18,05 | CW | 110 | 116 | 18 | 19 |
| 21,05 | CW | 114 | 116 | 18 | 18 |
| 21,25 | SSB | 116 | 118 | 12 | 14 |
| 24,01 | CW | 106 | 117 | 18 | 18 |
| 28,1 | CW | 102 | 110 | 19 | 18 |
| 28,7 | SSB | 113 | 116 | 13 | 14 |
| 29,0 | FM | 102 | 110 | 19 | 18 |
Gemessen wurde die Senderfrequenz in USB mit einem Ton von 1000 Hz über dem Mic Input und dem VFO auf 14,20000. Die Sender Output Frequenz muß dann 14,201000 sein. Zimmertemperatur war 21°C. Kenwood macht keine Angaben zu dem Frequenzverhalten bei niedriger Betriebsspannung. Da viele OM's ihr Gerät mit einer Batterie betreiben, kann diese Messung von Interesse sein.
| Betriebsspannung | Freq. G8 | Delta | Freq. G9 | Delta |
|---|---|---|---|---|
| 13,8 Volt | 14,200967 | -33 Hz | 14,200971 | -29Hz |
| 11,5 Volt | 14,200966 | -34 Hz | 14,200971 | -29Hz |
Jeder Sender erzeugt Nebenwellen und Oberwellen. Nebenwellen sind nicht erwünschte Frequenzkomponenten, die hauptsächlich durch Mischer und, oder nicht lineare Schaltungen entstehen. Aus diesem Grund ist es nicht immer möglich eine Vorhersage zu machen, auf welcher Frequenz und mit welchem Pegel Nebenwellenenergie gefunden wird. Oberwellen sind ein mehrfaches der Grundwelle oder eingestellte Senderfrequenz. Die erste Oberwelle eines 7 MHz Senders ist auf 14 MHz, die nächste auf 21 MHz, dann 28 MHz usw.
Gemessen wird mit einem Spektrumanalyser und der Meßwert in dBc angegeben. Das "c" bedeutet Carrier oder Träger. Wenn die 1. Oberwelle (Ow) einen Wert von -60 dBc hat, heißt das, daß es 60dB schwächer ist als der Carrier. 60 dB ist ein Verhältnis von 1.000.000. Wenn der Sender 100 Watt macht und die gemessene Oberwelle -60 dBc hat, ist er ein Millionstel kleiner als 100 Watt oder 100 Watt geteilt durch 1.000.000. Das ist 0,0001 Watt. Der Spektrumanalysator ist so eingestellt, daß der 0 dB Wert gleich 100 Watt ist. Der Frequenzbereich ist von 0-1000 MHz.
Mit Ausnahme des 20 und 30 Meter Bandes sind alle Ober- und Nebenwellen kleiner als -60dBc. Auf 20 Meter ist die 3. Ow nur -57 dBc bei G8 und -55dBc bei G9. Auf 30 Meter sind zwei Nebenwellen (Mischprodukte) und die 3. Ow bei beiden Geräten nur knapp über dem -60 dBc Wert. Mit anderen Worten, der TS-570D ist in Bezug auf Neben- und Oberwellen, sehr sauber.
IMD oder Intermodulation Distortion ist ein sehr wichtiger Faktor für uns auf unseren stark belegten Bändern. Ein Sender mit schlechtem IMD Charakteristiken scheint sehr breit und verzerrt zu sein. Er kann 10 oder 20 KHz von der QRG weg sein und ist immer noch als "brazzeln", "schrabbeln" oder einfach "splatter" hörbar. SSB Geräte der "kommerziellen" Klasse müssen IMD Werte von 35 dB oder besser haben. Funkameteurgeräte werden täglich verkauft die 10 dB schlechter sind. Wir Funkamateure sind anscheinend bereit sich mit diesen typischen, aber miserablen Werten zufrieden zu geben. (Vielleicht oder gerade weil wir nicht wissen was bessere IMD Werte für uns bedeuten können.) Alle drei großen und auch die kleineren Hersteller scheinen mit unserer Unkenntnis zu rechnen und geben keinen Sender IMD Wert in ihrer Verkaufsliteratur an.
Keiner der TS-570D erreicht auf keinem Band ein IMD besser als 30 dB. Der Durchschnitt war für beide Geräte um 26 dB. Der TS-570D ist keineswegs besser oder schlechter als Geräte der anderen Hersteller und wird nie besser sein, solange wir, die Funkamateur-Käufer, damit zufrieden sind.
Trägerunterdrückung ist eine Funktion des Serder Balanzed Modulator (BM) und des Seitenbandfilters. Durchschnittliche BM erzeugen ein DSB Signal mit einer Trägerunterdrückung zwischen 30 bis 35 dB. Das DSB Signal wird dann durch das Seitenbandfilter geschickt, wo ein Seitenband abgeschnitten wird und weil die Trägerfrequenz auf dem -20 dB Punkt an der Filterflanke eingestellt wird, beträgt die gesamte Trägerunterdrückung um -50 dB. Natürlich wäre -60 dB besser und auch typisch für kommerzielle Geräte, aber Werte um -50 dB sind gerade akzeptabel.
Gemessen auf 14,2 MHz mit dem Mikrofoneingang kurz geschlossen. Die Trägerunterdrückung wird in USB- und LSB-Stellung gemessen. Der kleine Unterschied ist durch die Ungleichheit des -20 dB Punktes an der Filterflanke zu erklären.
Die erste Messung an dem G9 Gerät hat einen Wert von nur -34 dB ergeben. Eine neue Justierung der Trägerfrequenzen und der Trägerunterdrückung hat die folgenden Werte ergeben. Natürlich mußten alle Neben- und Oberwellenmessungen neu gemacht werden. Die hier angegebenen Werte sind die, die nach der Justierung erreicht wurden.
| G8 | LSB -53 dB | USB -54 dB |
|---|---|---|
| G9 | LSB -53 dB | USB -53 dB |
Gemessen mit 1500 Hz Ton und 100 Watt Power Output.
| Band | Seitenband | dB G8 | dB G9 |
|---|---|---|---|
| 80 | LSB | 51 | 53 |
| 80 | USB | 51 | 52 |
| 20 | USB | 48 | 51 |
| 20 | LSB | 48 | 51 |
Die "An" Zeit wird gemessen zwischen schließen des PTT Schalters und Erreichung 50% des Sender Power Output. Die "Aus" Zeit wird gemessen mit Öffnen des PTT Schalters bis der Sender Power Output um 90% auf 10 Watt gefallen ist. In SSB wird ein Ton von 1500 Hz verwendet. In FM nur ein Träger, beide auf 14,2 MHz. Da diese "Delay" Messung, meinesWissens, nicht irgendwo genormt ist, habe ich die ARRL Methode angewendet.
| Mode | An Zeit G8 | An Zeit G9 | Aus Zeit G8 | Aus Zeit G9 |
|---|---|---|---|---|
| SSB | 19 mS | 18 mS | 6 mS | 6 mS |
| FM | 15 mS | 15 mS | 5 mS | 5 mS |
Obwohl AMTOR, PACtor und CLOVER von vielen Funkamateuren verwendet wird, hat keiner der drei großen es für nötig gefunden die Sende-/Empfangs Delay-Zeit in ihrem Prospektmaterial anzugeben. Im allgemeinen ist ein S-E Delay von 35 Millisekunden gerade akzeptabel für AMTOR Betrieb. Weniger wäre besser.
Gemessen wird die Zeit zwischen Abschaltung des Senders bis der Empfänger seine gemessene Empfindlichkeit wieder erreicht hat.
| G8 | 52 mS |
|---|---|
| G9 | 56 mS |
Mit einem S-E Delay von über 50 mS ist der TS-570D für AMTOR Betrieb nicht geeignet.
Seit einiger Zeit spricht man von Composit Noise Tests. Das ist eine Messung der Summe aller Phasen-, Amplituden-, Misch- und Nebenwellenprodukte auf einer modulierten Trägerfrequenz. Es ist eine relativ komplizierte Messung, die nicht genormt oder standardisiert ist. Der ARRL macht seine Messungen in einem Band von 20 KHz. Andere in einem kleineren oder größeren Band. Natürlich ist in einem kleineren Band weniger Energie und der Meßwert wird besser als die Messung an dem selben Gerät in einem breiteren Band. Ein Composit Noise Figur von -110 dB ist besser als eins von -105 dB.
Da kein Herstelle es für nötig hält diese Werte und seine Meßmethode anzugeben, habe ich die Messungen verzichtet.
Moderne Empfänger sind so gut, daß der Noise Floor nicht weit weg von dem theoretischen perfekten Empfänger ist. Der "perfekte" Empfänger ist einer der das Rauschen in einem 50 Ohm Widerstand bei 20°C hören kann. Auf den HF-Bändern ist ein der Art perfekter Empfänger kaum zu gebrauchen. Die natürliche Noise auf der Antenne ist um ein mehrfaches größer als die Empfänger Noise. Dazu ist die Wirkung aller anderen anfallenden HF-Energie, verursacht durch z.B. schlechte Sender IMD von anderen Stationen und alle weiteren nicht natürlichen (Man Made) Energiequellen. Diese Noise-Energie können wir das "System-Noise" nennen und ein Signal das schwächer ist als das Systen-Noise wird sowieso nicht zu empfangen sein.
Ein noch niedriger Noise Floor empfängt nur noch mehr Noise und macht den Empfänger noch empfindlicher für Überlastungen nud Störungen. Deswegen haben z.B. die alten Drake Geräte mit ihrer Empfindlichkeit von kaum 0,5 µV (SN) immer bessere Ergebnisse auf 40 Meter gebracht, als Geräte mit 0,15 µV. Es klingt stupid und gegen alle Vernunft aber in der Tat kann weniger Empfindlichkeit besser sein. Leider ist es relativ einfach und billig eine Empfindlichkeit von 0,15 µV in moderne Geräte einzubauen. Das das Großsignal darunter leidet, scheint keinen zu interessieren und all zu viele OM's bringen es einfach nicht über das Herz ihre teuer bezahlte Empfindlichkeit durch Einschalten der 10, 20 oder 30 dB Attenuator herab zu setzen nur um ein QSO zu retten.
Der Noise Floor wird gemessen indem das ein NF-Voltmeter an den Lautsprecher angeschlossen wird. Der Antteneneingang wird kurz geschlossen und der NF-Regler so eingestellt, daß der Voltmeter z.B. 0 dB anzeigt. Dann wird ein Meßsendersignal an die Antenne angelegt. Der Meßsenderspegel wird so eingestellt, daß das Voltmeter das doppelte von vorher (+6 dB) anzeigt. Das MDS ist der Meßsenderpegel in dBm. Ein Pegel von -140 dBm ist besser als -130 dBm.
Natürlich werden andere Werte erreicht, wenn die Empfängerbandbreite geändert wird. Breitband ist gleich mehr Noise. Schmalband weniger Noise. Für diese Messungen habe ich in die beiden Empfänger den Kenwood 500 Hz CW Filter eingebaut und den DSP auf 600 Hz eingestellt.
| Frequenz | mit Preamp | ohne Preamp | mit Preamp | ohne Preamp |
|---|---|---|---|---|
| MHz | G8 MDS -dBm | G8 MDS -dBm | G9 MDS -dBm | G9 MDS -dBm |
| 1,85 | -139,1 | -131,2 | -138,3 | -129,2 |
| 3,65 | -138,8 | -132,6 | -138,4 | -129,6 |
| 7,05 | -139,1 | -132,1 | -139,1 | -129,8 |
| 10,12 | -139,3 | -132,3 | -138,7 | -129,7 |
| 14,25 | -139,2 | -131,7 | -139,3 | -129,5 |
| 18,15 | -139,5 | -131,6 | -139,7 | -130,0 |
| 21,25 | -139,2 | -130,1 | -139,7 | -130,2 |
| 24,92 | -144,2 | -129,7 | -145,1 | -129,6 |
| 28,7 | -143,7 | -130,1 | -144,8 | -129,5 |
Der Sprung bei, "mit Preamp" um 24 MHz ist eine Kenwood Eigenart. Bis 21,5 MHz ist der Preamp eine Hochstrom (ca. 35 mA) parallel 2SK520 FET-Schaltung. über 21,5 MHz ist es eine 3SK131 Dual Gate FET-Schaltung. Es gibt keine Möglichkeit diesen Sprung auszugleichen, so daß die S-Metereichung auf 14,2 MHz bei beiden Geräten über 21,5 MHz fast eine "S" Stufe falsch ist.
FM Empfang ist auf allen Bändern möglich aber der FM SINAD Test ist nur auf 29,5 MHz gemacht worden.
| G8 | für 12 dB SINAD | mit Preamp 0,140 µV | ohne Preamp 0,701 µV |
|---|---|---|---|
| G9 | für 12 dB SINAD | mit Preamp 0,137 µV | ohne Preamp 0,722 µV |
Diese Messungen zeigen die Fähigkeit des Empfängers ein schwaches Signal zu empfangen wenn ein starkes unerwünschtes Signal vorhanden ist. Es wird in der CW Mode gemessen mit dem 500 Hz CW Filter eingeschaltet, den DSP auf 600 Hz eingestellt und den Preamp eingeschaltet.
Der Abstand zwischen erwünschtem Signal und unerwünschtem Signal ist nach internationalen Normen auf 20 KHz gesetzt. Verschiedene Hersteller, ICOM voran, verwenden andere Abstände. Andere Hersteller sogar bis 100 KHz, weil es bessere Werte ergibt.
Es ist nicht immer leicht die Bedeutung dieser Messungen zu erkennen und zu verstehen, da die Meßmethode etwas komplex ist und mit den "Ham Shack" üblichen Mitteln kaum durchzuführen.
Zuerst wird die AGC abgeschaltet. Dann wird von einem Meßsender über einen Coupler das Wunschsignal auf der Empfangsfrequenz eingegeben und zwar auf einen Pegel, der 10 dB unter dem 1 dB Kompressionspegel liegt. Der 1 dB Kompressionspegel ist der Signalpegel, der so hoch ist, daß eine Erhöhung von 1 dB am Eingang keine Änderung am Ausgang verursacht. Jetzt wird über den zweiten Meßsender ein Signal im 20 KHz Abstand eingegeben und der Pegel wird erhöht bis das Wunschsignal um 1 dB runter gedrückt wird. Der berechnete Unterschied zwischen dem Noise Floor und dem Pegel des zweiten Meßsenders ergibt den Blocking Dynamic Pegel (BDP). Ein Empfänger mit einem BDP von z.B. 100 dB kann ein relativ schwaches Signal fast ohne Störungen empfangen, wenn ein anderes Signal im 20 KHz Abstand mit einem Pegel der 100 dB höher ist als der Noise Floor, gleichzeitig empfangen wird.
Die 1 dB Unterdrückung ist gut meßbar, aber in der Praxis ist eine 1 dB Verschlechterung des Wunschsignals für das QSO fast ohne Bedeutung. Es ist in der Tat kaum bemerkbar. Ebenso wäre für den Funkamateur anstatt 20 KHz ein Abstand von 2 KHz interessanter aber wie bei allen Messungen, so lange wie alle Geräte nach der gleichen Meßmethode gemessen werden, sind die Meßangaben von Bedeutung.
| Frequenz | G8 BDP | G9 BDP | |
|---|---|---|---|
| MHz | dB | dB | |
| 3,6 | XX | XX | |
| 7,05 | XX | XX | |
| 14,250 | 115,2 | 116,2 | |
| (14,250 | 125,7 | 127,2 | mit 50 KHz Signalabstand) |
| (14,250 | 136,0 | 137,3 | mit 100 KHz Signalabstand) |
| 21,250 | 114,6 | 115,5 |
Die Messungen auf 3,6 und 7,05 MHz waren durch den Empfänger Noise begrenzt und demzufolge nicht zulässig.
Der 3. IP wird gemessen mit zwei Signalen im 20 KHz Abstand. 20 KHz hat an sich eigentlich keine besondere Bedeutung. In der Staaten sind die Rundfunkstationsfrequenzen auf einem Raster von 10 KHz und die Frequenzen werden erteilt, so daß die Nachbarstation nicht näher als 20 KHz ist. Aus diesem Grund ist die ungeschriebene Norm 20 KHz. Einige Hersteller verwenden 50 oder gar 100 KHz Abstand um auf Werte zu kommen, womit sie ihre Geräte wenigstens verkaufen können. Kenwood macht keine 3. IP Angaben, obwohl der TS-570D sehr gute Werte erreicht. Nur die drei unteren Bänder wurden gemessen.
| Frequenz | G8 mit Preamp | G8 ohne Preamp | G9 mit Preamp | G9 ohne Preamp |
|---|---|---|---|---|
| MHz | dB | dB | dB | dB |
| 3,7 | +9,2 | +17,3 | +9,7 | +18,0 |
| 7,050 | +9,4 | +17,7 | +9,4 | +17,8 |
| 14,250 | +9,7 | +17,8 | +9,8 | +18,2 |
Der TS-570D 3. IP ist deutlich besser als frühere und auch wesentlich teuerere Kenwood Geräte. Der Hauptgrund dafür ist die Verwendung von besseren Dioden am Eingang des Empfängerbandpaßfilter.
Der 2. IP wird gemessen mit zwei Signalen. Das erste ist auf 6,000 MHz und das zweite auf 8,250 MHz. Der Empfänger wir in CW Mode auf 14,250 MHz eingestellt, wo die Mischprodukte der beiden Signale zu finden sind. Die Frequenzen 6,000 MHz und 8,250 MHz sind keineswegs magische Zahlen. Für jede Empfangsfrequenz gibt es eine fast unendlich Kombination von Zahlen, welche eine 2. IP Störung verursachen kann. Eine Rundfunkstation auf 1,450 MHz und eine Kurzwellenstation auf 5,600 MHz können 2. IP Störungen auf 7,050 MHz verursachen. Bei Empfängern mit Breitbandeingangsstufen ist das immer ein Problem. Ein einfach abgestimmter L/C-Kreis auf der Empfangsfrequenz zwischen Antenne und RX-Eingang kann der 2. IP Wert mehr als den Faktor zwei verbessern. Je höher der dB Wert desto besser der Empfänger.
| Frequenz | G8 mit Preamp | G8 ohne Preamp | G9 mit Preamp | G9 ohne Preamp |
|---|---|---|---|---|
| MHz | dB | dB | dB | dB |
| 14,250 | +59,3 | +60,3 | +59,7 | +61,2 |
Die Spiegelfrequenz ist die erste ZF-Frequenz mal zwei, plus oder minus der Empfangsfrequenz. Die TS-570D 1. ZF ist 73,05 MHz. Wenn der Empfänger auf 14,250 MHz, (Mode CW und mit 500 Hz Filter) eingestellt ist, wird die Plusspiegelfrequenz 160,35 MHz sein. Der Meßsenderpegel wird so eingestellt, daß der MDS Pegel erreicht wird. Je höher der dB Wert, desto besser die Spiegelfrquenzimunität.
| Frequenz | G8 mit Preamp | G8 ohne Preamp | G9 mit Preamp | G9 ohne Preamp |
|---|---|---|---|---|
| MHz | dB | dB | dB | dB |
| 14,250 | 121,2 | 110,3 | 122,2 | 109,7 |
Der Wert mit Preamp ist in diesem Fall besser, da am Ein- und Ausgang des Preamps, Bandpaßfilter vorhanden sind. Ohne Preamp geht das Signal ohne zusätzliche Bandpaßfilter direkt zum Mischereingang.
Ein Meßsendersignal auf der 1. ZF-Frequenz wird an die Antenne gegeben. Der Empfänger wird auf 14,250 MHz in CW mit dem 500 Hz Filter eingeschaltet. AGC und NF-Filter werden ausgeschaltet. Der Meßsenderpegel wird so eingestellt, daß der MDS Punkt erreicht wird. Je höher der Pegel desto besser ist die ZF-Durchschlagsfestigkeit.
| Frequenz | G8 mit Preamp | G8 ohne Preamp | G9 mit Preamp | G9 ohne Preamp |
|---|---|---|---|---|
| MHz | dB | dB | dB | dB |
| 14,250 | 126,2 | 118,4 | 124,6 | 113,9 |
Auch hier ist die Wirkung der Preamp Bandpaßfilter zu sehen.
Ende der 40er hat man das Empfänger-"S"-Meter, falls überhaupt vorhanden, da ein S-Meter wirklich ein Luxus war, auf S9=100 µV geeicht. Einige Zeit später hat Collins Radio S9=50 µV und jede S-Stufe gleich 6 dB quasi als einen Standard eingeführt. Jahre lang ist das von allen Herstellern anerkannt und verwendet worden. Demzufolge konnten zwei Stationen mit gleicher Leistung, Antenne etc. sich fast identische Reporte geben. Die Welt war in Ordnung, bis ein Hersteller (raten Sie mal welcher) meinte, wenn ich mein "S" Meter auf S9=25 µV eiche, werden meine S-Meter doppelt so viel anzeigen wie die der Konkurrenz und meine Geräte werden besser zu verkaufen sein. (Vor kurzem habe ich zwei Geräte von diesem Hersteller auf einem Flohmarkt gemessen und festgestellt, daß S9 um die 12 µV geeicht war.)
Die Standhaftigkeit der Kenwood Ingenieure reichte nicht aus um bei dem S9=50 µV Standard zu bleiben. Sie sind bei dem TS-570D auf S9=ca. 20 µV abgesunken. (Oh welcher Fortschritt.) Letzten Endes ist es aber ziemlich egal. Seit der Einführung des "Digitalen" S-Meters mit unerschiedlichen S-9-Normen, ist das seit Jahren so geschätzte Reportsystem so gut wie bedeutungslos geworden. Das analoge S-Meter hatte diese 114 Einheiten anzuzeigen, welches nach der folgenden Logik funktioniert.
| S1 bis S3 | 3 Einheiten | 3 Balken |
| S3 bis S5 | 3 Einheiten | 4 Balken |
| S5 bis S7 | 3 Einheiten | 4 Balken |
| S7 bis S9 | 3 Einheiten | 4 Balken |
| S9 bis 20 dB | 20 Einheiten | 4 Balken |
| 20 dB bis 40 dB | 20 Einheiten | 5 Balken |
| 40 dB bis 60 dB | 20 Einheiten | 6 Balken |
Laut des Kenwood Service Manuals (B51-8343-00 (N) 1331) wird das S-Meter mit eingeschaltetem Preamp wie folgt geeicht.
| S1 = | -107 dBm | (1 µV) |
| S9 = | -81 dBm | (20 µV) |
| Full Scale = | -21 dBm | (20 mV) |
Das S-Meter am Gerät G8 war total daneben und mußte neu abgeglichen werden. Nach dem Abgleich sind folgende Werte gemessen worden. (Alle Messungen auf 14,250 MHz in USB)
| S-Anzeige | G8 | G9 |
|---|---|---|
| S1 | 1,0 µV | 1,33 µV |
| S3 | 1,7 µV | 2,1 µV |
| S5 | 2,98 µV | 3,87 µV |
| S9 Preamp Off | 92,2 µV | 96,3 µV |
| S9 | 20 µV | 24,7 µV |
| S9 + 20 | 346 µV | 385 µV |
| S9 + 60 | 22 mV | 29 mV |
Nicht nur der seit Jahren anerkannte Collins S9=50µV, sondern auch die 6 dB per S-Stufe werden völlig ignoriert. Jeder Versuch einen vernünftigen Report zu geben oder aus einem Report irgendwelche Informationen zu entnehmen, ist absolut unmöglich.
S-Meteranzeige auf 29 MHz FM. Modulation 1000 Hz Ton mit 3000 Hz Hub.
| S1 | 0 µV |
|---|---|
| Full Scale | 3,2 µV |
Ich habe einige weitere Messungen durchgeführt um mehr oder weniger meine Daten mit anderen Testberichten zu vergleichen. Diese Tests sind im allgemeinen für uns Funkamateure schwer zu verstehen und oder schwer zu vergleichen, da kein Hersteller solche Daten veröffentlicht. Kenwood hat in dieser Hinsicht auch eine rote Karte verdient. Die gesamte Empfängerspezifikation ist unterteilt in zehn Informationsgruppen. Eine davon ist der RIT Frequenzbericht und die andere brennende Tatsache ist, daß der NF-Ausgang 1,5 Watt beträgt und zwar auf 8 Ohm.
Der TS-570D ist ein hervorragendes Gerät mit dem besten Empfänger in seiner Preisklasse. Der DSP entspricht nicht gerade dem Stand der Technik aber er ist sicherlich der beste "eingebaute" DSP der heute angeboten wird. In der Spezifikation ist der DSP nicht einmal erwähnt aber die Mikrofonimpedanz ist stolz mit 8 Ohm angegeben.
Kenwood erwartet, daß wir bereit sind einige tausend Mark auf den Tisch zu blättern um ein neues Gerät zu kaufen, ist aber nicht bereit eine halbwegs intelligente und informationsreiche Spezifikation vorzulegen.
Kenwood hat lange gewartet und lange gebraucht ein Gerät zu konzipieren und zu bauen woran der Durchschnitts-Funkamateur richtig Freude haben kann. Der TS-570D (er sollte ursprünglich TS-460 heißen) ist ein echtes Arbeitspferd. Er ist leicht zu verstehen und verständlich zu bedienen. Mit Ausnahme der 100 Memories wurden fast alle überflüssigen und nicht nötigen Nebensächlichkeiten weggelassen. Nein Gudrun, es hat keine 50 VFO's aber der CW-Keyer ist sehr gut, die Tastung ist sauber und der Ton ist astrein. Eine kleine Memory Bank kann drei CW Messages mit bis zu 50 Buchstaben speichern. Dies ist für den Kontestmann ein riesen Pluspunkt.
Auch an die blinden Kollegen ist gedacht worden. Knöpfe, die zusammen gehören sind zusammen. Tasten für verschiedene Funktionen haben eine fühlbar andere Form oder Gefühl. Leider sind fast alle Tasten doppelt belegt. Direkt Frequenzeingabe ist über eine Art Taschenrechnertastatur möglich. Ein Voice Modul ist als Zubehör erhältlich.