Zwei DSP Filter Im Vergleich

Folgendes ist ein Vergleich zwischen zwei hochinteressanten und repräsentativen DSP-Filtern. Es ist wegen dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb nicht erlaubt, die beiden Geräte mit ihren handelsüblichen Bezeichnungen zu benennen. Aus diesem Grund heißen die Geräte "DSP A" und "DSP B". Es gibt andere DSP-Geräte auf dem Markt, aber diese liegen so weit hinter den hier zu vergleichenden Geräten, daß ein Vergleich kaum sinnvoll wäre.

Diese Daten und Informationen sind am 1. September 1996 direkt aus den Herstellerdokumenten entnommen und frei übersetzt. Irrtum vorbehalten. Gerätehersteller deren Vertreter oder Importeur sind herzlich gern gebeten uns änderungen, Informationen oder Korrekturen zukommen zu lassen.

General Charakteristik DSP "A" DSP "B"
CPU Chip TMS320C26B/100ns ADSP - 2181/27ns
CPU Clock Freq. (Quarz) 10MHz (40MHz/4=10MHz) 18,4MHz X2=36.8MHz
Million Instruktion/Sek. 10MIPS 36,8 MIPS
Instruktion Zeit 1 100ns 27ns
A/D - D/A Wandler 14 Bit Dual Breitband 16 Bit
On Chip Memory (Speicher) 1,5Kb 80Kb
Extern Memory 2 Ja Nein
Programmierbare Set-Up Memories Nein Ja (6)
Memory Mode beim Einschalten Nein Ja
Zuhören mit Noise-Unterdrückung Nein Ja
Zeitverzögerung 1 0,130 Sek. 0,026 Sek.
Kopfhörer Pegeleinstellung Nein Ja
Dual Nf-Kanäle A und B Nein Ja
Dual-Funkeingänge A und B Nein Ja
Rauschunterdrückung (RU) Aggressivität 3 Stufen durchgehend variabel
RU bei Abstimmung 3 Nein Ja
Filterbandpaß 4 50-3400Hz 100-5000Hz
Weiss-Rauschunterdrückung 20dB 20dB
LCD Anzeige 5 Nein Ja
Präzise Frequenzeinstellung Nein (Analog) Ja (Digital)
Frequenzeinstellung 5 Poti und Schalter Digital Encoder
Breitband AM Empfang Nein Ja
Breitband FM Empfang Nein Ja
Automatic Gain Control AGC Nein Ja
Deutsche Bedienungsanleitung Nein Ja
Software Update Service Nein Ja
Komplettes Schaltbild erhältlich Nein Ja
Sprach-Mode-Charakteristik DSP "A" DSP "B"
Autom. Kerbfilter Ja Ja
Multi Kerben Ja Ja
Manuelles Notchfilter Nein Ja
Manuelles Dual Notchfilter Nein Ja
Variabler Hoch- und Tiefpaßfilter Nein Ja
6 Nur Bandpaß Variable HP u. TP
CW Mode Charakteristik DSP "A" DSP "B"
CW Bandbreite 50-3400 Hz 10-600 Hz
CW Filter Mittenfrequenz 200-3400 Hz 200-2100 Hz
Manuelles Kerbfilter bei CW Nein Ja
CW Marker Tone 7 Nein Ja
CW Ton Freq. Umsetzung Nein Ja
DATA Mode Charakteristik DSP "A" DSP "B"
Vorprogrammierte DATA Filter 8 Nein Ja (16)
RTTY Modem (RS232) Nein Ja
RTTY Remodulator Nein Ja
RTTY "RYRY" Testgenerator Nein Ja
RTTY Tuning Baranzeige Nein Ja
Variabler Ausgangspegel 9 Nein Ja
Dual DATA Anschlüsse Nein Ja
Meßinstrument Mode DSP "A" DSP "B"
Test und Meßmöglichkeit Nein Ja
NF-Sinus Generator 10) Nein Ja
Zweiton SSB-Generator Nein Ja
NF Voltmeter 11 Nein Ja
CTCSS Encoder 12 Nein Ja
CTCSS Decoder 13 Nein Ja
CTCSS Squelch 14 Nein Ja


"Note" Erklärung

  1. Alle DSP Chip Sets arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Der Unterschied zwischen guten und besseren Chips ist, wie schnell sie arbeiten. Die Schnelligkeit ist normalerweise in MIPS (Million Instructions Per Second) angegeben. Ein Chip der mit 10 MIPS arbeitet ist langsamer als einer der mit 36,8 MIPS arbeitet.

    Bevor das Signal am Eingang des Chips am Ausgang erscheinen kann, muß es in dem Chip bearbeitet werden. Eine gewisse Verzögerung ist immer vorhanden. Diese Verzögerung kann mit einer Feuerwehr-Eimerbrigade, wo zehn Mann in einer Reihe stehen und Eimer voll Wasser von Mann zu Mann weiterreichen, verglichen werden. Das Wasser am Eingang erreicht das andere Ende der Kette erst nach einer gewissen Zeit.

    Der Anfangslaut eines empfangenen Wortes am Eingang des DSP-Chips ist erst nach der Verzögerung am Ausgang zu hören. Ist diese Verzögerung kurz merkt man es kaum. Ist sie aber lang, macht es sich sehr bemerkbar. Wie ein nicht synchronisierter Film, wo die Lippen sich bewegen, das Wort kommt aber zeitversetzt raus.

    Ist die Verzögerung groß genug, kann in der Tat mit dem VFO-Knopf über ein Signal hinweg gedreht werden bevor es gehört wird. DSP Ingenieure sind sich ziemlich einig, daß in einem Real Time System, (ein QSO ist Real Time) die tolerierbare Verzögerung unter 0,1 Sekunden liegen muß.

  2. Jeder DSP braucht ein Quantum an Memory (Speicher) wo bearbeitete Daten abgelegt werden können für weitere Verwendung. On Chip Memory ist schneller aber teurer als Off Chip Memory. On Chip Memory ist so organisiert, daß er die Daten direkt ein-/auslesen und speichern kann. Die Off Chip Memory muß die Daten zuerst formatieren, so daß sie in den Speicher Chip geschrieben werden können. Dann muß sie zum Speicher transferiert, dann in den Speicher Chip eingelesen und gespeichert werden. Wenn sie wieder gebraucht wird, muß sie abgerufen, ausgelesen, wieder eingelesen und, und, und werden. Dieses benötigt ein Vielfaches mehr an Zeit als der On Chip Speicher und verursacht eine zusätzliche Eingangs-/Ausgangsverzögerung. Das können sie schnell errechnen. Ein 10 MIPS Chip mit Off Chip Speicher hat eine Verzögerung von 0,130 Sekunden. Ein 36,8 MIPS Chip mit On Chip Speicher braucht anstatt 0,035 Sekunden nur 0,027.

  3. In dem Rauschunterdrückungs-Mode (RU) (engl. Noise Reduction) arbeitet der DSP Chip sozusagen am schwersten und mit der längsten Signalverzögerung.

  4. Ein Maximum Filterbandpaß von 50 bis 3400 Hz ist nicht geeignet für den Empfang von AM- und FM-Signalen. Der SWL wird sehr enttäuscht sein, wenn er Musik mit diesen Filtern empfängt. Es wird den typischen SSB Klang haben. Der 100-5000Hz Filter ist zugegeben kein HIFI aber es klingt natürlich und angenehm.

  5. Der Einsatz einer beleuchteten 2x16 Zeichen LCD-Anzeige ist ein Riesen Fortschritt. Der Operator muß nicht schätzen "Wo bin Ich?". Er kann alle Einstellungen direkt auf der alpha-numerischen Anzeige ablesen. Soll die Filterflanke bei 345 Hz liegen, dreht er an dem Knopf bis 345 in der Anzeige erscheint. Die digitale Anzeige hat auch die Meßgeräte-Funktionen, sowie die Programmspeicher möglich gemacht.

  6. Im Gegensatz zu festen Bandpaßfilter sind die Filtercharakteristiken des "B" Gerätes kontinuierlich variabel. Die Filtercharakteristiken sind in Schritten von 10Hz einstellbar. Die Hochpaß Eckfrequenzen können zwischen 100 und 1000 Hz eingestellt werden. Die Eckfrequenzen des Tiefpaßes zwischen 1000 und 5000 Hz in der Sprache (Voice) und Daten Mode. Ein weiterer Vorteil der variablen Filter ist ihre Flexibilität. Sollte morgen ein neuer Mode mit anderen Mittenfrequenzen und Bandbreiten eingeführt werden, muß bei den variablen Filtern nur an zwei Knöpfen gedreht werden um kompatibel zu sein.

  7. Der CW Marker Tone ist ein Ton, der selbst in dem DSP erzeugt wird. Wenn der Ton so eingestellt ist, daß er die gleiche Frequenz hat wie das empfangenen CW Signal, ist die CW-Filter Mittenfrequenz automatisch auf das Empfangssignal gestellt. Jetzt kann die CW Filterbreite bis auf 10 Hz reduziert werden ohne daß das empfangene SIgnal verloren geht, es ist immer in der Filtermitte.

  8. Vorhanden sind 16 Daten Filtereinstellungen, wovon 13 vorprogrammiert und 3 frei programmierbare gewählt werden können. Die RTTY Weltnorm und die sogenannte Richter Low Tone Norm sind auch wählbar. Auf Knopfdruck holt man den gewünschten Filter. Auf dem RTTY Tuning Meter kann man sofort sehen ob der gewählte Filter und das Sendesignal übereinstimmen. In der folgenden Tabelle sind sämtliche Filter- und Mode-Daten aufgelistet.

    MODE Mittel-freq. Shift Baudrate Bemerkung
    RTTY1 2210 170 45 RTTY Weltnorm
    RTTY2 2210 200 45 RTTY Weltnorm
    AMTOR 2210 200 100 Standard AMTOR
    PACtor 2210 200 200* *Adaptive für 100 und 200 Bd
    G-Tor 2210 170 300* *Adaptive für 100/200/300 Bd
    HF Packet 2210 200 300 PK-232 Standard Norm
    WeFAX Fest Fest Fest HF FAX Filter
    SSTV Fest Fest Fest Standard SSTV Filter
    CLOVER Fest Fest Fest Standard CLOVER
    RTTY S 2210 170 75 Commercial HF RTTY
    SITOR 2210 200 100 Standard SITOR
    Mark-freq. Space-freq. Baudrate
    RTTY4 1275 1700 45 RTTY mit 425 Shift
    RTTY8 1275 2125 45 RTTY mit 850 Shift
    USER1 2210 170 45 (Default) frei programmierbar
    USER2 2210 170 45 (Default) frei programmierbar
    USER3 2210 170 45 (Default) frei programmierbar


    Es ist leider so, daß alle Hersteller sich nicht einig sind über Mittenfrequenz und Shift. Phil Andersen setzt sein KAM HF-Packet auf 1700 Hz mit einer 200 Hz Shift. Die PK-232 Einstellung ist 2210 Hz mit 200 Hz Shift. Ebenso uneinig ist das High Low Tone Fiasko. Mit dem "USER frei programmierbar", kann "Hersteller Unsinn" problemlos gemeistert werden.

  9. Einige RTTY und Multimode Modems haben einen festen Ausgangspegel in der Größenordnung von 2 Volt. Die neue Generation von Transceivern brauchen am Eingang nur ca 200 mV. Es ist sehr vorteilhaft diesen Pegel variabel zu haben.

  10. Der eingebaute NF-Generator liefert ein Sinus Signal mit einem Klirrfaktor besser als 1% von 20 Hz bis 10 kHz. Der Pegel ist zwischen 0 und 2 Volt variabel. Die Frequenz und der Pegel werden digital angezeigt. Ein Zwei-Ton-Signal mit den Frequenzen, 700 Hz und 1900 Hz und einem variablen Pegel zur linearitäts Messung bei SSB-Geräten ist auch vorhanden.

  11. Der NF-Digital-Voltmeterbereich ist von 1 mV bis 2 Volt und von 20 Hz bis 10 kHz. Angezeigt wird der echte effektive Pegel. Das NF-Voltmeter und der NF-Generator können gleichzeitig verwendet werden um Ein-/Ausgangsmessungen zu machen.

  12. Erzeugt alle CTCSS Töne zwischen 67 und 254,1 Hz. Die Tonfrequenz wird digital angezeigt und der Pegel ist variabel.

  13. Dekodiert alle CTCSS Töne zwischen 67 und 254,1 Hz. Die Tonfrequenz wird digital angezeigt.

  14. Ein CTCSS Ton kann programmiert werden. Wenn dieser Ton an einem der beiden Eingänge erscheint, schaltet ein Transistor durch, der eine Squelch-Funktion hat.

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